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Allgemeines über tropische Regenwälder
Glossar
Im Glossar finden Sie wichtige Regenwald-Begriffe in wenigen Sätzen erklärt. Die Begriffe verlinken auf die entsprechenden Seiten, auf denen Sie ausführlichere Informationen zum Thema finden.
A
- Agrartreibstoffe
Kraftstoffe aus Pflanzen wie Zuckerrohr oder Ölpalmen. Ihre steigende Nachfrage ist ein wachsender Grund für Rodungen.
- Agroindustrielle Landwirtschaft
Großflächige, kommerzielle Erzeugung von Rindfleisch, Soja, Palmöl und Zuckerrohr – Hauptursache für rund 80 Prozent der Regenwaldzerstörung.
- Albedo
Rückstrahlvermögen einer Oberfläche für Sonnenlicht. Schmelzende helle Eisflächen senken die Albedo und verstärken die Erwärmung.
- AMOC
Atlantische Umwälzzirkulation – ein großes Strömungssystem des Atlantiks, das durch zunehmenden Süßwassereintrag geschwächt wird.
- Artensterben
Unwiederbringliches Aussterben von Tier-, Pflanzen- und Pilzarten infolge von Lebensraumverlust und Umweltveränderungen.
- Artenvielfalt
Anzahl der unterschiedlichen Tier-, Pflanzen- und Pilzarten in einem bestimmten Lebensraum. Tropische Regenwälder beherbergen davon einen Großteil aller Arten der Erde.
B
- Biodiversität
Umfassender Begriff für die biologische Vielfalt: Artenvielfalt, genetische Vielfalt innerhalb der Arten sowie die Vielfalt der Lebensräume.
- Biomasse
Gesamte Masse der lebenden Organismen in einem Ökosystem. Tropische Regenwälder speichern in ihrer Vegetation enorme Mengen an Biomasse.
- Blattschneiderameisen
Ameisen, die Blattstücke eintragen, um damit einen Pilz zu züchten – „die emsigen Gärtner des Regenwalds".
- Blauer Engel
Deutsches Umweltzeichen für besonders umweltschonende Produkte, unter anderem für Recyclingpapier.
- Bodenschätze
Mineralische Rohstoffe wie Erze, Gold oder Erdöl, deren Abbau Regenwaldflächen zerstört und Böden sowie Gewässer belastet.
- Brandrodung
Roden von Wald durch Feuer, um Flächen für Landwirtschaft zu gewinnen. Dabei wird gespeicherter Kohlenstoff freigesetzt und künftige Speicherung verhindert.
- Bromelien
Ananasgewächse, die als Aufsitzerpflanzen leben und in ihren Blatttrichtern Wasser sammeln – kleine Lebensräume für zahlreiche Tiere.
D
- Dark Taxa
Noch unentdeckte, wissenschaftlich nicht beschriebene Arten. Schätzungen zufolge sind rund 80 Prozent aller Arten der Erde bislang unbekannt.
E
- Endemismus
Vorkommen von Arten, die ausschließlich in einer eng begrenzten Region leben und nirgendwo sonst auf der Erde zu finden sind.
- Epiphyten
Aufsitzerpflanzen, die auf anderen Pflanzen wachsen und deren Stämme und Äste als Träger nutzen, ohne ihnen Nährstoffe zu entziehen.
F
- Fairer Handel
Handelsmodell, das Erzeugern in Entwicklungsländern gerechte Preise und Arbeitsbedingungen sichert und nachhaltiges Wirtschaften fördert.
- Faultiere
Langsame, in den Baumkronen lebende Säugetiere Süd- und Mittelamerikas, deren Fell oft von Algen bewachsen ist.
- Flächenverluste
Jährlich verlorene Regenwaldfläche durch Rodung und Degradation, meist in Hektar oder Quadratkilometern angegeben.
- FSC-Siegel
Zertifizierung für Holz aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern; sie soll Verbrauchern eine nachhaltige Wahl ermöglichen.
G
- Genetische Verarmung
Verlust genetischer Vielfalt innerhalb von Arten und Ökosystemen, der ihre Anpassungsfähigkeit an Veränderungen verringert.
- Gorillas
Größte lebende Menschenaffen, die in den Regenwäldern Zentralafrikas leben und als die friedlichsten aller Affen gelten.
- Grüne Lunge
Populäre Bezeichnung für tropische Regenwälder als vermeintliche Sauerstoffproduzenten der Erde – ein Bild, das die tatsächliche Rolle der Wälder nur teilweise trifft.
H
- Holzeinschlag
Gewinnung von Tropenhölzern. Der Einschlag ist für weniger als zehn Prozent der Flächenverluste verantwortlich, schädigt den Wald aber nachhaltig.
- Hotspots der Artenvielfalt
Regionen mit außergewöhnlich hoher Artenvielfalt und zugleich starker Bedrohung, etwa tropische Regenwälder oder der Mittelmeerraum.
I
- Innertropische Konvergenzzone
Tropischer Regengürtel nahe dem Äquator (ITCZ), dessen Lage sich mit Veränderungen von Meeresströmungen verschieben kann.
- Insekten
Artenreichste Tiergruppe der Regenwälder; ein Großteil der tropischen Insektenarten ist bis heute unbeschrieben.
K
- Kakao
Tropische Frucht als Rohstoff für Schokolade. Der Plantagenanbau ist mit erheblicher Regenwaldzerstörung verbunden.
- Kannenpflanzen
Fleischfressende Pflanzen, deren kannenförmige Fallen Insekten anlocken und verdauen – Schauplatz faszinierender Wechselbeziehungen.
- Kautschuk
Naturstoff für Reifen und Gummiprodukte, der aus dem Milchsaft des Kautschukbaums gewonnen wird; sein Anbau trägt zur Waldvernichtung bei.
- Klimawandel
Über längere Zeiträume anhaltende Veränderung des Klimas. Der gegenwärtige Wandel ist überwiegend vom Menschen verursacht.
- Kohlenstoffkreislauf
Austausch von Kohlenstoff zwischen Atmosphäre, Vegetation, Böden und Ozeanen. Regenwälder entziehen der Luft CO₂ und speichern es langfristig.
- Kohlenstoffsenke
Ein Speicher, der mehr Kohlenstoff aufnimmt als abgibt. Intakte Regenwälder wirken als bedeutende Kohlenstoffsenken.
- Kolibris
Winzige, extrem wendige Vögel Amerikas, die im Schwirrflug Nektar aufnehmen und dabei Blüten bestäuben.
L
- Landverteilung
Ungleiche Verteilung von Grund und Boden, die Kleinbauern an den Waldrand drängt und Rodungen begünstigt.
- Lianen
Verholzte Kletterpflanzen, die Bäume als Stütze nutzen, um mit geringem eigenem Materialaufwand das Licht der Kronen zu erreichen.
M
- Mykorrhiza
Symbiotische Lebensgemeinschaft zwischen Pflanzenwurzeln und Bodenpilzen, die den Pflanzen einen besseren Zugang zu Wasser und Nährstoffen verschafft.
N
- Nährstoffkreislauf
Nahezu geschlossenes System, in dem Nährstoffe überwiegend in der lebenden Vegetation gebunden sind und nach dem Absterben rasch wieder aufgenommen werden.
- Nutzpflanzen
Kulturpflanzen tropischen Ursprungs wie Banane, Vanille, Zimt oder Kaffee, die weltweit Bedeutung erlangt haben.
O
- Orang-Utans
Große, rotbraune Menschenaffen der Regenwälder Borneos und Sumatras. Ihr Lebensraum ist stark durch Rodung bedroht.
- Orchideen
Artenreiche Familie oft als Epiphyten wachsender Pflanzen mit hoch spezialisierten, häufig auffälligen Blüten.
P
- Palmöl
Pflanzenöl aus der Ölpalme, das in zahllosen Produkten steckt. Für die Plantagen werden große Regenwaldflächen gerodet.
- Papageien
Farbenprächtige, intelligente Vögel der Tropen. Viele Arten sind durch Lebensraumverlust und Wildfang bedroht.
- Pfeilgiftfrösche
Kleine, oft leuchtend gefärbte Frösche Mittel- und Südamerikas, deren Hautgifte indigene Völker traditionell für Pfeile nutzten.
- Primärwald
Vom Menschen weitgehend unberührter, ursprünglicher Wald mit besonders hoher biologischer Vielfalt.
R
- REDD+
UN-Programm, bei dem Entwicklungsländer für den Schutz ihrer Wälder und die Vermeidung von Entwaldung finanziell entschädigt werden.
- Regenwald-Apotheke
Bezeichnung für den Regenwald als Quelle zahlreicher Naturstoffe, aus denen Wirkstoffe für Arzneimittel gewonnen werden.
- Regenwald-Typen
Sammelbegriff für die verschiedenen Ausprägungen tropischer Wälder, etwa immergrüne Feuchtwälder, Trockenwälder, Auen- und Mosaikwälder.
- Regenwaldboden
Trotz üppiger Vegetation sind tropische Böden meist nährstoffarm, da die Nährstoffe fast vollständig in der Vegetation gebunden sind.
- Regenwaldinseln
Während trockener Erdzeitalter isolierte Waldfragmente, die als „Beschleuniger der Evolution" wirkten und die heutige Artenvielfalt mitprägten.
- Riesenvogelspinne
Eine der größten Spinnenarten der Welt, beheimatet in den Regenwäldern des nördlichen Südamerika.
S
- Sekundärwald
Wald, der nach menschlicher Störung oder Rodung wieder nachgewachsen ist. Er ist meist artenärmer als ein Primärwald.
- Siamangs
Große Gibbons Südostasiens, die dank ihres Kehlsacks besonders laute Rufe erzeugen – die „Stimmen des Regenwalds".
- Soja
Ackerfrucht vor allem für Tierfutter und Speiseöl, deren großflächiger Anbau erhebliche Regenwaldzerstörung verursacht.
- Stockwerkbau
Der bekannte Tropenforscher Paul W. Richards entwickelte die These, dass die Baumkronen tropischer Regenwälder vertikal, also von oben nach unten, in Schichten angeordnet seien – vergleichbar mit den Stockwerken eines Hauses. Man unterscheidet dabei u. a. Kraut-, Strauch-, Unter-, Haupt- und Überkronenschicht.
- Straßenbau
Neue Straßen erschließen bislang unberührte Waldgebiete und ziehen häufig weitere Rodung, Besiedlung und Ausbeutung nach sich.
T
- Treibhausgase
Gase wie Kohlendioxid (CO₂) und Methan, die Wärme in der Atmosphäre zurückhalten und so die Erderwärmung verstärken.
- Tropenhölzer
Wertvolle, meist gleichmäßig gewachsene Hölzer tropischer Bäume mit oft astfreiem Stamm. Ihre Gewinnung ist eine der Triebfedern für Holzeinschlag im Regenwald.
- Tropischer Regenwald
Immergrüner Wald in den immerfeuchten Tropen mit ganzjährig warmem Klima und hohen Niederschlägen. Er zählt zu den artenreichsten Lebensräumen der Erde.
- Tropisches Klima
Ganzjährig warmes, feuchtes Klima ohne ausgeprägte Jahreszeiten, das die Entstehung immergrüner Regenwälder ermöglicht.
V
- Veggie Day
Idee eines regelmäßigen fleischfreien Tages, um Nachfrage nach Rindfleisch und Futtersoja – und damit Regenwaldzerstörung – zu senken.
- Verbreitung
Tropische Regenwälder erstrecken sich entlang des Äquators über drei große Regionen: Amazonien in Südamerika, das Kongobecken in Afrika sowie Südostasien.
- Verdunstung
Abgabe von Wasserdampf durch die Vegetation. Sie kühlt die Umgebung, bildet Wolken und treibt regionale Niederschläge an.
- Viehzucht
Umwandlung von Regenwald in Weideland zur Rindfleischerzeugung – der größte Einzeltreiber tropischer Flächenverluste.
W
- Wasserwelten
Die Wasserkreisläufe, die Amazoniens Regenwälder speisen und ihren außergewöhnlichen Artenreichtum ermöglichen.
- Wirbeltiere
Säugetiere, Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische der tropischen Regenwälder, die dort in großer Formenvielfalt vorkommen.
- Würgefeige
Pflanze, die als Epiphyt beginnt und mit ihren herabwachsenden Wurzeln den Wirtsbaum umschließt – fast immer bis zu dessen Tod.
