Kategorie: Regenwaldzerstörung

Regenwaldzerstörung

Kakao – bittere Bohne und Kinderarbeit

Die Geschichte des Kakaos ist eng mit der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung des Menschen verbunden. Der wissenschaftliche Name des Kakaobaums lautet Theobroma cacao, was auf Griechisch „Nahrung der Götter“ (theo = Gott und broma = Nahrung) bedeutet. Botanisch wird der Kakaobaum den Malvengewächsen (Malvaeae) zugeordnet. Der Kakaobaum ist ein immergrüner Baum, der eine Höhe von 6 bis 12 Metern erreicht. Er gedeiht am besten in den Regenwaldregionen der Tropen in einem begrenzten geografischen Bereich von 20° nördlich und 20° südlich des Äquators. Botaniker vermuten, dass der Kakaobaum ursprünglich aus dem Quellgebiet des Amazonas in Südamerika stammt und sich von dort in zwei Hauptrichtungen verbreitet hat: im Norden bis nach Mittelamerika und im Osten durch das Amazonasbecken bis zu den Guayanas …

Straßenbau – der Regenwald wird geöffnet

Der Straßenbau und die Zerstörung tropischer Regenwälder sind eng miteinander verknüpft. Legale und illegale Straßen öffnen den Zugang zu Gebieten, die zuvor isoliert und schwer zu erreichen waren. Sobald ein Gebiet zugänglich ist, kann es von Holzfällern, Landräubern, Kleinbauern, Viehzüchtern, Bergleuten etc. besetzt und ausgebeutet werden. Etwa 95 % der Regenwaldzerstörung finden in weniger als fünf Kilometer Entfernung von einer Straße statt. Insbesondere große Straßenbauprogramme gehen oftmals einher mit enormen Regenwaldzerstörungen …

Kautschuk – das weiße Gold

Der Grundstoff für die Herstellung von Gummi ist der weiße Milchsaft (Latex) des Kautschukbaums Hevea brasiliensis, der auch als Kautschukfeigenbaum oder Gummibaum bezeichnet wird. Botanisch wird der Kautschukbaum der Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae) zugeordnet. Er kommt ursprünglich aus den tropischen Regenwäldern Amazoniens, wo er häufig in regelmäßig überfluteten Gebieten im Tiefland wächst. In freier Wildbahn erreichen Kautschukbäume Höhen von über 30 Metern, in Plantagen bleiben sie deutlich kleiner. Zwar gibt es noch zahlreiche weitere Pflanzen, deren Milchsaft für die Herstellung von Gummi verwendet werden kann. Aber Hevea brasiliensis liefert heutzutage 99 % allen weltweit gewonnenen Naturkautschuks …

Auswirkungen des Klimawandels

Auswirkungen des Klimawandels auf die botanische Biodiversität tropischer Regenwälder

Cäcilia Hödlmoser ist in der 8. Klasse und hat eine sehr schöne vorwissenschaftliche Arbeit zu den Auswirkungen des Klimawandels auf die botanische Biodiversität tropischer Regenwälder geschrieben. Die Arbeit passt sehr gut zu den derzeit in Deutschland geführten Diskussionen zum Klimaschutz und der Rolle der jungen Generation. Einfach reinlesen und staunen!

Für Cäcilia war von Anfang an klar, dass sie sich ihrer vorwissenschaftlichen Arbeit dem tropischen Regenwald widmen würde. Ihre Liebe zur Botanik erklärt die Konkretisierung ihrer Fragestellung. „Ich habe mich aber auch unter anderem für dieses Thema entschieden, weil ich wissen wollte, ob es eigentlich noch weitere Bedrohungen für die Regenwälder unserer Erde gibt – abgesehen von der direkten Zerstörung durch den Menschen. Besonders wichtig war mir auch, nicht nur aufzuzählen, welche Probleme es gibt, sondern auch Wege zu zeigen, wie man sie lösen kann“, so Cäcilia.

„Durch meine Arbeit habe ich auch selbst wirklich viel gelernt und kann nun versuchen, einen noch ökologischeren Lebensstil zu führen. Im Laufe meiner Arbeit habe ich zum Beispiel erfahren, dass Fleischkonsum den Regenwald bedroht und seither lebe ich vegetarisch. Wenn alle Menschen ein bisschen informierter wären und jeder einen kleinen Beitrag leisten würde, könnten wir gemeinsam Schlimmeres verhindern. Das Schicksal der tropischen Regenwälder liegt in unseren Händen.“

Auswirkungen des Klimawandels

Auf der Ölspur

Auf der Ölspur – Berechnungen zu einer palmölfreieren Welt

Gern möchte ich Ihnen einen lesenswerten Bericht des WWF Deutschland zum Thema „Palmöl“ empfehlen. Den gesamten Bericht können Sie als pdf-Datei auf den Seiten des WWF herunterladen. Hier ein Auszug aus der Zusammenfassung:

„Die Welt hat Hunger auf Palmöl. Und diese Begehrlichkeit hat erhebliche Folgen. So werden für den Palmölanbau in großem Ausmaß Regenwälder gerodet, bedrohte Arten wie der Orang-Utan vertrieben und Landnutzungsrechte missachtet. Mittlerweile erstreckt sich der Anbau von Palmöl auf eine Fläche von über 17 Mio. ha, das entspricht der Hälfte der Gesamtfläche Deutschlands. Ein Großteil neuer Anbauflächen für Palmöl wird noch immer auf Waldflächen erschlossen. So wuchs die Palmölfläche zwischen 2011 und 2013 in Indonesien stärker als in den Jahren zuvor, obwohl 2011 in Indonesien ein Moratorium für neue Palmölkonzessionen auf Wald- und Torfböden verhängt wurde. Angesichts dieser negativen Auswirkungen des Palmölanbaus wird in Deutschland immer wieder die Forderung nach einem Palmölboykott laut.

Doch fragen wir zunächst: Was wäre gewonnen, wenn Palmöl durch andere pflanzliche Öle ersetzt würde? Die vorliegende Studie verfolgt das Ziel, den Auswirkungen des Palmölverbrauchs in Deutschland nachzuspüren und darzulegen, welche Auswirkungen eine Substitution von Palmöl durch andere pflanzliche Öle haben würde …“

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Auf der Ölspur – Berechnungen zu einer palmölfreieren Welt
Herausgeber: WWF Deutschland, Berlin
Autoren: Steffen Noleppa/agripol (www.agripol-network.com; steffen.noleppa@agripol-network.com), Matti Cartsburg/agripol
Stand: Juli 2016
Link: http://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/WWF-Studie_Auf_der_OElspur.pdf
ISBN 978-3-946211-05-1