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Zerstörung tropischer Regenwälder
Tropische Regenwälder – cool fürs Klima!
Tropische Regenwälder sind cool fürs Klima, sie sind die kühlende Klimaanlage der Erde. Die Brandrodung tropischer Regenwälder ist doppelt schlecht fürs Klima. Bei der Brandrodung der Wälder wird einerseits Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre freigesetzt – im Jahr 2024 waren dies acht Prozent aller weltweiten CO2-Emissionen. Andererseits fehlen die verbrannten Wälder, um das vom Menschen verursachte CO2 aus der Luft zu entfernen. Der Klimawandel ist real, und er ist vom Menschen verursacht.
Die atmosphärischen Konzentrationen von CO2 und anderen klimarelevanten Gasen haben seit Beginn der industriellen Revolution in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts deutlich zugenommen. Einhergehend wandelt sich das Klima der Erde, es wird wärmer. Der Klimawandel ist unbestritten eine Tatsache, die auf unzähligen wissenschaftlichen Simulationen, Messdaten und Beobachtungen fußt und nicht mehr wegdiskutiert werden kann.
Klimawandel
Es gibt unterschiedliche Definitionen für den Klimawandel. Der „Weltklimarat“ (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) definiert ihn als einen veränderten Klimazustand, der über einen längeren Zeitraum anhält, in der Regel Jahrzehnte oder länger. Die Ursachen können natürlichen Ursprungs sein, zum Beispiel veränderte Sonnenzyklen oder Vulkanausbrüche. Sie können aber auch anthropogenen Ursprungs sein, wie zum Beispiel die Verbrennung fossiler Energieträger – Kohle, Öl und Erdgas – oder Landnutzungsänderungen, wie zum Beispiel Waldrodungen. Die Klimarahmenkonvention (United Nations Framework Convention on Climate Change, UNFCCC) definiert den Klimawandel hingegen als „eine Veränderung des Klimas, die direkt oder indirekt auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen ist.“ Ein möglicher natürlicher Ursprung des Klimawandels wird in der UNFCCC-Definition nicht berücksichtigt.
IPCC und UNFCCC
Der IPCC ist eine Institution der Vereinten Nationen, auch Weltklimarat genannt. Hunderte Fachleute aus der ganzen Welt fassen in den Sachstandsberichten des IPCC den aktuellen Kenntnisstand zum Klimawandel aus wissenschaftlicher Sicht zusammen. Der 6. Sachstandsbericht ist aktuell und wurde 2023 veröffentlicht, Version 7 soll im Jahr 2029 folgen.
Die UNFCCC ist die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen und damit der wichtigste Vertrag, um Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels weltweit zu koordinieren. Die UNFCCC stützt sich auf die wissenschaftlichen Bewertungen des IPCC, um über seine Entscheidungen zu informieren und Verhandlungen zu leiten.
Unabhängig von der Definition ist der Klimawandel der heutigen Zeit Realität und nicht mehr nur bloße Theorie. Gemäß des IPCC könnte die durchschnittliche Oberflächentemperatur der Erde im nächsten Jahrhundert im schlechtesten Fall auf ein Niveau steigen, das es seit dem Eozän vor 55 Millionen Jahren nicht mehr gab (Burke u. a. 2018). Damals waren gerade erst die Dinosaurier nach einem Meteoriteneinschlag und dem resultierenden dramatischen Klimawandel ausgestorben. Verantwortlich für den Klimawandel der heutigen Zeit ist der Mensch, der fossile Energieträger nutzt, Zement herstellt, Wälder verbrennt und die Landschaft umgestaltet. In der Wissenschaft herrscht über den vom Menschen verursachten Klimawandel ein breiter Konsens.
CO2 in der Atmosphäre
Bis zu Beginn der Industrialisierung im 18. Jahrhundert war die Photosynthese der Motor im schnellen Kohlenstoffkreislauf, der die CO2-Konzentration in der Atmosphäre gesteuert hat. Im schnellen Kohlen-stoffkreislauf bewegt sich Kohlenstoff innerhalb von Tagen, Monaten und Jahren zwischen Pflanzen, Tieren, Boden, Ozeanen und der Atmosphäre hin und her. Dadurch hat sich ein dynamisches Gleichgewicht entwickelt, das die atmosphärische CO2-Konzentration über Jahrtausende stabil gehalten hat. Im Jahr 1750 lag die CO2-Konzentration noch bei 277 ppm.

Durch das menschliche Eingreifen ist aus dem Gleichgewicht allerdings ein Ungleichgewicht geworden. Kohlenstoff, der in Gesteinen oder fossilen Energieträgern gespeichert ist, wurde in Jahrmillionen dauernden Prozessen gebunden und in der Erdkruste oder am Meeresboden „weggesperrt“. Als Teil des langsamen Kohlenstoffkreislaufs, entweicht dieser Kohlenstoff normalerweise nur extrem langsam durch Verwitterung von Gestein oder durch tektonische und vulkanische Aktivitäten. Was die Natur für Jahrmillionen weggesperrt hat, fördert der Mensch rasant schnell wieder zutage. Erdgeschichtlich betrachtet, braucht er dafür nur einen Wimpernschlag.
Durch die Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas gelangen riesige Mengen Kohlenstoffs in einem erdgeschichtlich sehr kurzen Zeitraum vom langsamen in den schnellen Kohlenstoffkreislauf, wo er nicht hingehört. Als Abfallprodukt der Verbrennung gelangt der Kohlenstoff als CO2 in die Atmosphäre. Eine Tonne Kohlenstoff geht mengenmäßig als 3,67 Tonnen CO2 in die Atmosphäre über. Deswegen reichert sich CO2 in der Atmosphäre schnell an, und es verwundert nicht, dass die atmosphärische CO2-Konzentration im Februar 2026 bei 429 ppm lag, das sind 65 Prozent über dem vorindustriellen Niveau – Tendenz weiter steigend (NOAA Global Monitoring Laboratory 2026). Jedes weitere ppm CO2 bedeutet zusätzliche 7,8 Milliarden Tonnen CO2 in der Atmosphäre. In der bisherigen Lebenszeit des Autors gelangten 105 ppm oder 819 Milliarden Tonnen vom Menschen verursachtes CO2 in die Atmosphäre.
Sauerstoff in der Atmosphäre
Für das Verbrennen fossiler Energieträger ist Sauerstoff notwendig. 21 Prozent der gasförmigen Atmosphäre sind Sauerstoff, das entspricht 209.500 ppm. Für jedes ppm CO2, das durch Verbrennung emittiert wird, verliert die Atmosphäre 2,15 ppm Sauerstoff (Sampaio u. a. 2022). Der Sauerstoffgehalt in der Atmosphäre ist also weitgehend stabil bzw. nimmt marginal ab.
Bäume speichern jede Menge Kohlenstoff
Allein wegen ihrer enormen Ausdehnung sind tropische Regenwälder ein wahrhaft gigantischer Speicher von Biomasse und damit von Kohlenstoff. Der Kohlenstoffgehalt der Biomasse wird angegeben in Gigatonnen (Gt) Kohlenstoff, äquivalent zu einer Milliarde Tonnen, wobei getrocknete Biomasse etwa 50 Prozent Kohlenstoff enthält (Houghton u. a. 2009). Der Kohlenstoff in der terrestrischen und marinen Biomasse der Erde wird auf 550 Gt Kohlenstoff geschätzt, eine Zahl, die je nach verwendetem Datensatz variieren kann (Bar-On u. a. 2018). Als relativ gut gesichert gilt, weil von mehreren unabhängigen Quellen bestätigt, die Angabe zur Biomasse in der terrestrischen Vegetation mit 450 Gt Kohlenstoff, wovon 320 Gt oberirdisch in Pflanzen (Stämme, Äste, Blätter) und 130 Gt unterirdisch, hauptsächlich in Pflanzenwurzeln, gespeichert sind. Der Rest verteilt sich auf Bakterien, Pilze, Tiere und Viren. Der Mensch bringt es auf lediglich 0,06 Gt Kohlenstoff in der Biomasse, was der Biomasse aller Termiten auf der Erde entspricht. Mehr als die Hälfte des global in der terrestrischen Vegetation gebundenen Kohlenstoffs ist mit 262 Gt in tropischen Regenwälder gespeichert (Pan u. a. 2013).



Waldökosysteme im Kohlenstofffluss
Aktuelle Daten aus der Überwachung von Global Forest Watch (GFW) aus den Jahren 2001 bis 2023 zeigen, dass globale Waldökosysteme weiterhin eine Kohlenstoffsenke sind, die mehr CO2 absorbiert als emittiert (Gibbs u. a. 2025). Die Netto-CO2-Aufnahme betrug im genannten Zeitraum pro Jahr durchschnittlich -14,5 Gt CO2. Dem stehen Brutto-Emissionen von 9,0 Gt CO2 durch Abholzung, Brandrodung und andere Störungen gegenüber. Das heißt, unter dem Strich waren die resultierenden Netto-Emissionen negativ, was bedeutet, dass globale Waldökosysteme der Atmosphäre im Durchschnitt jedes Jahr -5,5 Gt CO2 entzogen haben. Weil es sich um Durchschnittswerte handelt, wurden jährliche Schwankungen im genannten Zeitraum nicht abgebildet. Im Zeitraum von 2000 bis 2007 lagen die Werte beispielsweise etwas niedriger, was auf eine verringerte Waldfläche durch Rodungen und durch eine schwere Dürre in Amazonien im Jahr 2005 zurückzuführen war (Phillips u. a. 2009).

Von Brutto zu Netto
Brutto-Emissionen: Gesamtmenge an Treibhausgasen, die ohne Abzüge in die Atmosphäre freigesetzt wird, sei es durch natürliche Prozesse oder durch menschliche Aktivitäten.
Netto-CO2-Aufnahme: Aufnahme von CO2 aus der Atmosphäre in eine Kohlenstoffsenke, wie zum Beispiel Wälder.
Netto-Emissionen: Brutto-Emissionen minus Netto-CO2-Aufnahme; negative Netto-Emissionen entstehen, wenn mehr CO2 aufgenommen als in die Atmosphäre abgegeben wird, bei positiven ist es umgekehrt.
Die GFW-Daten zeigen weiterhin, dass tropische Regenwälder mit -7,1 Gt von allen Waldökosystemen mit Abstand am meisten CO2 pro Jahr netto aus der Atmosphäre aufnehmen. Allerdings scheint der Beitrag der tropischen Wälder zur CO2-Aufnahme erheblich abzunehmen, während gleichzeitig der Beitrag der borealen Wälder zunimmt (Tagesson u. a. 2020). Möglicherweise profitieren die borealen Wälder von der höheren atmosphärischen CO2-Konzentration. In den Tropen sind Abholzung, Brandrodung und andere Störungen hauptverantwortlich, wodurch 5,7 Gt CO2 freigesetzt werden. Am Ende bleiben noch -1,4 Gt CO2 an Netto-Emissionen übrig, die von tropischen Wäldern jedes Jahr aufgenommen wurden.
Zu den tropischen Wäldern gehören tropische Regenwälder, tropische Trockenwälder, Überschwemmungs- oder Auenwälder und Mosaikwälder. GFW beziffert die Brutto-Emissionen allein aus der Zerstörung tropischer Regenwälder mit 3,1 Gt CO2 im Jahr 2024 (WRI 2025). Das sind acht Prozent aller vom Menschen verursachten Brutto-Emissionen im Jahr 2024 und mehr als die Europäische Union im selben Jahr mit 2,4 Gt an CO2 brutto emittiert hat. Die Zerstörung tropischer Regenwälder ist deswegen doppelt schlecht ist fürs Klima, weil bei der Brandrodung CO2 in die Atmosphäre freigesetzt wird und die verbrannten Wälder anschließend fehlen, um das vom Menschen verursachte CO2 aus der Atmosphäre wieder aufzunehmen.

Werden die drei großen Regenwaldregionen getrennt voneinander betrachtet, zeigt sich ein difrerenziertes Bild. Die Auswertung der Daten aus der GFW-Überwachung für die drei großen Regenwaldregionen zeigt, wie komplex die Zusammenhänge sind (Harris u. a. 2021). Demnach war Amazonien in den Jahren 2001 bis 2019 bereits eine Kohlenstoffquelle mit durchschnittlichen Netto-Emissionen von jährlich 0,22 Gt CO2. Neben Brasilien verfügen in Amazonien acht weitere Länder über tropische Regenwälder auf ihrem Staatsgebiet. Werden diese dem Kohlenstofffluss hinzugerechnet, ergaben sich negative Netto-Emissionen von -0,10 Gt CO2 pro Jahr, das heißt, insgesamt gesehen, ist Amazonien noch knapp eine Kohlenstoffsenke, lediglich der brasilianische Teil ist zur Quelle von Kohlenstoff geworden.
Im Gegensatz zu Amazonien sind die tropischen Regenwälder im Kongo-Becken weniger anfällig für Klimaänderungen (Saatchi u. a. 2021). Obwohl ähnlichen Bedingungen ausgesetzt, reagieren die Kongo-Regenwälder weit weniger empfindlich, weil sie besser an zeitweiligen Wassermangel während Dürren angepasst sind oder die Verfügbarkeit von Nährstoffen stabiler ist. Mit negativen Netto-Emissionen von -0,61 Gt CO2 jährlich sind die tropischen Regenwälder im Kongo-Becken weiterhin eine robuste Kohlenstoffsenke, die mehr Kohlenstoff aufnimmt als sie abgibt (Harris u. a. 2021).
Die tropischen Regenwälder in Südost-Asien sind ebenfalls weniger anfällig für Klimaänderungen als die Wälder Amazoniens. Doch während Amazonien und das Kongo-Becken noch Kohlenstoffsenken sind, ist Südost-Asien mit Netto-Emissionen von 0,49 Gt CO2 jährlich bereits zu einer Kohlenstoffquelle geworden (Harris u. a. 2021).

Treibhaus Erde
Jede zusätzliche Tonne CO2 in der Atmosphäre trägt zur globalen Erwärmung bei. Die Oberflächentemperatur reagiert auf die steigende atmosphärische CO2-Konzentration – und steigt ebenfalls. Die Geschwindigkeit, mit der sich die Erde erwärmt, hat sich in den in den letzten zehn Jahren erheblich beschleunigt (Foster u. Rahmstorf 2026). Die Jahre 2015 bis 2025 waren die elf heißesten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen (WMO 2026). Das bisher heißeste Jahr war 2024, in dem die durchschnittliche Oberflächentemperatur der Erde um 1,55 °C höher lag als im Durchschnitt der Jahre 1850 bis 1900 (Tollefson 2025).
Eine Erhöhung der Oberflächentemperatur um 1,55 °C in 175 Jahren klingt vermeintlich wenig spektakulär. Allerdings werden enorme Energiemengen benötigt um Ozeane, Atmosphäre und Landmassen der Erde in erdgeschichtlich so kurzer Zeit so stark zu erwärmen. Die größten Wärmepuffer gegen hohe Temperaturen sind Ozeane, die mehr als 90 Prozent der überschüssigen Wärme aufnehmen und speichern. Der Rest wird in Landmassen und in der Atmosphäre gespeichert.
Der Rekordwert von 1,55 °C aus dem Jahr 2024 bedeutet nicht, dass damit bereits das Niveau des Pariser Klimaabkommen aus dem Jahr 2015 überschritten wurde. Das Pariser Klimaabkommen ist ein rechtlich bindender Vertrag, mit dem sich große Teile der Menschheit verpflichtet haben, die globale Erwärmung auf 1,5 °C im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Dafür reicht ein einzelnes Jahr mit einer Temperaturerhöhung von über 1,5 °C nicht aus, weil kurzfristige natürliche Schwankungen, wie zum Beispiel El-Niño-Ereignisse oder Vulkanausbrüche, die vom Menschen verursachten Effekte überdecken könnten.
Deswegen hat der IPCC festgelegt, die globale Erwärmung über einen Zeitraum von 20 Jahren zu bewerten (IPCC 2023). Der 20-Jahres-Durchschnitt glättet die Daten und deutet auf einen bleibenden Zustand der globalen Erwärmung hin und folgt nicht einzelnen Ausreißern (Bevacqua u. a. 2025). Im Jahr 2023 lag der 20-Jahres-Durchschnitt der gemittelten Oberflächentemperatur der Erde bei 1,43 °C (Forster u. a. 2024). Die Frage ist heute nicht mehr, ob die 1,5-°C-Grenze erreicht wird, sondern wann. Hält die Erwärmungsrate der letzten zehn Jahre unvermindert an, werden die 1,5 °C möglicherweise noch vor dem Jahr 2030 überschritten werden (Foster u. Rahmstorf 2026). Der Klimawandel – er nimmt Fahrt auf.




Weniger Wolken, weniger Kühlung
Neben CO2 und anderen klimaschädlichen Gasen haben auch Wolken einen Einfluss auf das Klima. Wolken in allen Schichten der Atmosphäre reflektieren Sonnenlicht und erzeugen deswegen einen kühlenden Effekt, ähnlich wie Schnee- und Eisfelder. Allerdings erzeugen Wolken in hohen, kalten Luftschichten der Atmosphäre aber auch einen wärmenden Effekt, weil sie die von der Erdoberfläche abgegebene Wärme in der Atmosphäre halten, ähnlich wie Treibhausgase.
Anders ist es bei Wolken in tieferen Luftschichten der Atmosphäre. Bei ihnen überwiegt der kühlende Effekt durch die Reflexion des Sonnenlichts. Sie tragen wenig dazu bei, dass Wärme in der Atmosphäre gehalten wird. Das heißt, wenn es weniger Wolken in tiefen Luftschichten gibt, geht der kühlende Effekt verloren, und es wird wärmer.
Tropische Regenwälder in Amazonien erzeugen über die Oberfläche ihres riesigen geschlossenen Kronendachs im kleinen Wasserkreislauf sehr viel Wasserdampf. Dadurch entstehen in den tieferen Schichten der Atmosphäre Wolken, die einen kühlenden Effekt auf die Atmosphäre haben – tropische Regenwälder als Klimaanlage der Erde.
Werden die tropischen Regenwälder zerstört, bilden sich weniger Wolken in den tiefen Schichten der Atmosphäre, wodurch diese sich aufheizt und den Klimawandel beschleunigt. Wo die Wälder fehlen, entstehen trockene (aride) Zonen in denen der Wasserhaushalt regional empfindlich gestört werden kann. Klimaforscher der Universität von Sao Paulo schätzen, dass wenn ein Viertel der tropischen Regenwälder in Amazonien zerstört worden ist, die Trockenzeiten länger werden und die Regenwälder zu Savannen werden. Der Effekt ist heute schon zu beobachten.
Wirtschaftliche Schäden
Experten schätzen den wirtschaftlichen Schaden pro emittierter Tonne Kohlenstoffdoxid auf 20 Dollar. Durch die Umwandlung eines Hektars tropischen Regenwalds zu Ackerland, ergibt dies einen Schaden von 600 bis 4.000 Dollar pro Hektar. Umgekehrt bedeutet dies, dass die Funktion der tropischen Regenwälder als Kohlenstoffspeicher einen höheren Ertrag bringt als jede andere Form der Bewirtschaftung.
Bei einem von der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) angenommenen jährlichen Verlust tropischer Regenwälder von 54.000 Quadratkilometern ergibt dies einen Schaden zwischen 9 und 60 Milliarden Dollar jährlich. Unglaubwürdig? Nicht, wenn man sich die Milliarden-Schäden der Jahrhundertflut in Deutschland im August 2002 vor Augen führt.


Lachgas als Treibhausgas
Der weltweit zunehmende Einsatz von Stickstoffdüngern bei der Herstellung von Nahrungsmitteln erhöht die Konzentration von Lachgas (Distickstoffmonoxid, N2O) in der Atmosphäre. Zwar entziehen die Pflanzen der Luft während des Wachstums Kohlenstoffdioxid, doch wird für die Düngung der Felder sehr viel Stickstoff eingesetzt. In China, Indien und den USA werden hauptsächlich synthetische Stickstoffdünger auf die Felder ausgebracht, in Afrika und Südamerika überwiegend Viehdung. Der Stickstoff wird im Boden zu Lachgas umgewandelt, das in die Atmosphäre freigesetzt wird. Lachgas ist ein etwa 300-mal so starkes Treibhausgas wie Kohlenstoffdioxid und verbleibt mehr als 100 Jahre in der Atmosphäre. Daneben zerstört Lachgas die Ozonschicht in der Stratosphäre, die die Erde vor den meisten schädlichen ultravioletten Strahlen der Sonne schützt.
Eine Studie aus dem Jahr 2020 weist auf einen alarmierenden Trend hin, der sich auf den Klimawandel auswirkt. Lachgas ist gegenüber dem vorindustriellen Niveau im Jahr 1750 von 270 Teilen pro Milliarde (ppb) auf 331 ppb im Jahr 2018 gestiegen. Das ist ein Anstieg um 20%, wobei der rasanteste Anstieg in den letzten 50 Jahren beobachtet wurde, ausgelöst durch Lachgas-Emissionen aus menschlichen Aktivitäten. Die Haupttreiber für den Anstieg der Lachgaskonzentration in der Atmosphäre sind Landwirtschaft, die steigende Nachfrage nach Agrartreibstoffen und der Anbau von Futtermitteln für Tiere (Soja). Die größten Wachstumsraten bei den Lachgas-Emissionen verzeichnen insbesondere Brasilien, China und Indien, wo die Pflanzenproduktion und Tierbestände steigen.
In einer Studie aus dem Jahr 2008 konnte gezeigt werden, dass Ethanol aus Weizen und Mais viel schädlicher für das Klima sind als fossile Brennstoffe. Als Grund wird der massive Einsatz von Stickstoffdünger genannt, der im Boden in Lachgas umgewandelt und in die Atmosphäre freigesetzt wird. Für amerikanisches Agrarethanol berechneten die Wissenschaftler einen Beitrag zur Erderwärmung, der 50% über dem von fossilen Treibstoffen liegt.

www-Tipps
- Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC).
- United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCCC).
- CO2 Emissions, Global Energy Review, Internationale Energieagentur (IEA), 2025.
- Forest Pulse Archive, World Resources Institute (WRI).
- Global Carbon Budget, 2025.
- Berechnen Sie Ihren ökologischen Fußabdruck bei KlimAktiv.de.
Forschung
- Bala, G. u. a.: Combined Climate and Carbon-Cycle Effects of Large-Scale Deforestation. PNAS (2007).
- Bar-On, Y. M. u. a.: The biomass distribution on Earth. Proceedings of the National Academy of Sciences U.S.A. 115 (2018).
- Bevacqua, E. u. a.: A year above 1.5 °C signals that Earth is most probably within the 20-year period that will reach the Paris Agreement limit. Nature Climate Change 15 (2025).
- Boulton, C. A. u. a.: Pronounced loss of Amazon rainforest resilience since the early 2000s. Nature Climate Change (2022).
- Burke, K. D. u. a.: Pliocene and Eocene provide best analogs for near-future climates. Proceedings of the National Academy of Sciences U.S.A. 115 (2018).
- Forster, P. M. u. a.: Indicators of global climate change 2023: annual update of key indicators of the state of the climate system and human influence. Earth System Science Data 16 (2024).
- Foster, G. u. Rahmstorf, S.: Global warming has accelerated significantly. Geophysical Research Letters 53 (2026).
- Franco, M. A. u. a.: How climate change and deforestation interact in the transformation of the Amazon rainforest. Nature Communications (2025).
- Gibbs, D. A. u. a.: Revised and updated geospatial monitoring of 21st century forest carbon fluxes. Earth System Science Data 17 (2025).
- Harris, N. L. u. a.: Global maps of twenty-first century forest carbon fluxes. Nature Climate Change 11 (2021).
- Houghton, R. A. u. a.: Importance of biomass in the global carbon cycle. Journal of Geophysical Reseach 114 (2009).
- IPCC: Climate Change 2023: Synthesis Report (2023).
- NOAA Global Monitoring Laboratory: Trends in Atmospheric Carbon Dioxide (2026); EPA based on various sources (2022) – with major processing by Our World in Data (2026).
- Pan, Y. u. a.: The Structure, Distribution, and Biomass of the World’s Forests. Annual Review of Ecology, Evolution, and Systematics 44 (2013).
- Phillips, O. L. u. a.: Drought Sensitivity of the Amazon Rainforest. Science 323 (2009).
- Saatchi, S. u. a.: Detecting vulnerability of humid tropical forests to multiple stressors. One Earth 4 (2021).
- Sampaio, R. S. u. a.: Atmospheric Profit & Loss – Oxygen Depletion as the Remaining Piece for a Proper CO2 Emissions Assessment. Carbon Capture Science & Technology 2 (2022).
- Tagesson, T. u. a.: Recent divergence in the contributions of tropical and boreal forests to the terrestrial carbon sink, Nature Ecology & Evolution 4 (2020).
- Tollefson, J.: Earth breaches 1.5 °C climate limit for the first time: what does it mean? Nature 637 (2025).
- WMO (World Meteorological Organization): State of the Global Climate 2025. WMO-No. 1391, Genf (2026).
- WRI (World Resources Institute): Fires Drove Record-breaking Tropical Forest Loss in 2024. Global Forest Review, updated May 21, 2025. Washington, DC (2025).