Faszination Regenwald

Bild Zerstörung

Zerstörung tropischer Regenwälder

Unsere Welt scheint manchmal etwas rätselhaft, zumindest die Welt der Medien. Da wird in der Presse viel Wirbel gemacht, weil in einem Münchner Zoo "ein Orang-Utan seinem Nachwuchs das Genick brach".

Aus meiner Sicht und aus der Sicht jedes Tierfreunds ist dieser Todesfall wirklich traurig und bedauerlich. Dass jedoch täglich Orang-Utans in Indonesien getötet werden, weil dort Regenwälder gerodet werden um Flächen für die Produktion unserer Agrartreibstoffe zu gewinnen, darauf wird in den Medien nur gelegentlich hingewiesen.

Geschichte der Regenwaldzerstörung

Die Geschichte der Zerstörung tropischer Regenwälder begann vor etwa 500 Jahren und dauert bis heute an. Das ist sehr gut auf dem folgenden Satellitenbild der Nasa vom August 2007 am Beispiel Mato Grosso, Brasilien, zu sehen.

Bild: Mato Grosso 2007

Regenwaldzerstörung in Mato Grosso, Brasilien (2007) : Satellitenaufnahme von Mato Grosso in Amazonien, Brasilien vom 12. August 2007. Der Amazonas ist nicht mehr auf dem Bild zu sehen, er liegt außerhalb des Bilds am oberen Rand. Die roten Punkte zeigen vom Menschen verursachte Feuer, weiß sind die zu den Feuern gehörenden Rauchfahnen. Bei dem grünen, "unberührten" Bereich, der sich von der Bildmitte nach unten zieht, handelt es sich um den Xingu-Nationalpark. Schachbrettartig angeordnete Abholzungsgebiete säumen den Nationalpark. Links oben im Bild verläuft in Richtung Nordwesten eine Straße (BR 163), in deren Einzugsgebiet immens viel Regenwald abgebrannt wird - mit dem Bau von Straßen beginnt die Regenwaldzerstörung! © NASA, http://earthobservatory.nasa.gov.

Wie viel Regenwald geht verloren?

13,4 Millionen Quadratkilometer – diese Fläche der Erde ist von tropischen Regenwäldern bedeckt. Und es ist eine gute Nachricht, sie scheinen heute nicht mehr so rasend schnell zerstört zu werden wie noch vor wenigen Jahren; vorsichtig geschätzt, betragen die Flächenverluste derzeit etwa 60.000 Quadratkilometer im Jahr.

Warum wird der Regenwald zerstört?

Die großen Flächenverluste der heutigen Zeit gehen zurück auf die Gewinnung von Weideland für die Viehzucht und den Anbau von Futtermitteln (Soja) für die Massentierhaltung sowie für die Gewinnung von Agrartreibstoffen aus Pflanzen wie zum Beispiel Palmöl.

Die Ursachen für diese Entwicklung sind vielfältig. Nicht nur die Menschen in den tropischen Ländern sind für den Raubbau am Regenwald verantwortlich. Nein, es sind insbesondere wir, die Menschen in den westlichen Industrienationen, für die die Regenwälder vernichtet werden.

Dabei ist Naturschutz nicht nur Sentimentalität von Biologen, die die Flora und Fauna von Wald und Wiesen erforschen. Naturschutz ist Selbstschutz, er betrifft uns alle und erstreckt sich auf die gesamte Biosphäre: Wir atmen Luft, wir trinken Wasser, und wir ernähren uns von Pflanzen, die im Boden wachsen. DAS sind die Grundbedürfnisse jedes einzelnen Menschen.

Bild: Goldgräber Bild: Gefällte Urwaldriesen

Goldgräber und gefällte Urwaldriesen in Französisch-Guayana (2004): Zwei Boote von Goldgräbern auf dem Approuague in Französisch-Guayana. Weil in Brasilien die Gesetze gegen illegales Goldschürfen verschärft wurden, weicht die organisierte Goldmafia nach Französisch-Guayana aus. Mit dicken Rohren wird der goldhaltige Schlamm vom Grund des Flusses ins Boot gepumpt und dort mit Quecksilber versetzt. An das Quecksilber gebundenes Gold wird ausgesiebt; der unbrauchbare und mit Quecksilber vergiftete Schlamm wird zurück in den Fluss geleitet. Resultat: Quecksilber reichert sich in der Nahrungskette an, Vergiftungen sind die Folge. Im Schlepptau der Goldgräberei wird der Wald zusätzlich durch illegale Wilderei und Rodungen zerstört!

Was sind die Folgen der Regenwaldzerstörung?

Wir sollten uns über die Folgen der Abholzungen im Klaren sein. Die globale Zerstörung tropischer Regenwälder führt dazu, dass

  • Millionen von Tier- und Pflanzenarten aussterben,
  • das Weltklima zu kippen droht (Klimawandel),
  • der weltumspannende Wasserkreislauf gestört wird,
  • viele Menschen ihren Lebensraum verlieren und
  • Jahrhunderte alte Kulturen verschwinden werden.
Wie kann der Regenwald geschützt werden?

Resignation ist keine Lösung. Die tropischen Regenwälder sind noch zu retten. Viele Menschen denken, nichts gegen die Zerstörung der Regenwälder unternehmen zu können. Doch das ist falsch, Regenwaldschutz beginnt im Alltag. Global denken - lokal handeln. Das heißt, wer etwas ändern möchte, sollte sich informieren und mit den Ursachen der Regenwaldzerstörung auseinandersetzen, das ist globales Denken. Und lokales Handeln bedeutet nichts anderes, als sein Verbraucherverhalten zu überdenken:

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