Auf der Ölspur

Auf der Ölspur – Berechnungen zu einer palmölfreieren Welt

Gern möchte ich Ihnen einen lesenswerten Bericht des WWF Deutschland zum Thema „Palmöl“ empfehlen. Den gesamten Bericht können Sie als pdf-Datei auf den Seiten des WWF herunterladen. Hier ein Auszug aus der Zusammenfassung:

„Die Welt hat Hunger auf Palmöl. Und diese Begehrlichkeit hat erhebliche Folgen. So werden für den Palmölanbau in großem Ausmaß Regenwälder gerodet, bedrohte Arten wie der Orang-Utan vertrieben und Landnutzungsrechte missachtet. Mittlerweile erstreckt sich der Anbau von Palmöl auf eine Fläche von über 17 Mio. ha, das entspricht der Hälfte der Gesamtfläche Deutschlands. Ein Großteil neuer Anbauflächen für Palmöl wird noch immer auf Waldflächen erschlossen. So wuchs die Palmölfläche zwischen 2011 und 2013 in Indonesien stärker als in den Jahren zuvor, obwohl 2011 in Indonesien ein Moratorium für neue Palmölkonzessionen auf Wald- und Torfböden verhängt wurde. Angesichts dieser negativen Auswirkungen des Palmölanbaus wird in Deutschland immer wieder die Forderung nach einem Palmölboykott laut.

Doch fragen wir zunächst: Was wäre gewonnen, wenn Palmöl durch andere pflanzliche Öle ersetzt würde? Die vorliegende Studie verfolgt das Ziel, den Auswirkungen des Palmölverbrauchs in Deutschland nachzuspüren und darzulegen, welche Auswirkungen eine Substitution von Palmöl durch andere pflanzliche Öle haben würde …“

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Auf der Ölspur – Berechnungen zu einer palmölfreieren Welt
Herausgeber: WWF Deutschland, Berlin
Autoren: Steffen Noleppa/agripol (www.agripol-network.com; steffen.noleppa@agripol-network.com), Matti Cartsburg/agripol
Stand: Juli 2016
Link: http://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/WWF-Studie_Auf_der_OElspur.pdf
ISBN 978-3-946211-05-1

Apotheke Regenwald

Buchvorstellung: „Apotheke Regenwald“ – Heilkräfte aus Regenwäldern

Neu erforschte und erstaunliche Therapiemöglichkeiten mit pflanzlichen und tierischen Substanzen aus den Regenwäldern.

Der Regenwald ist die größte Naturapotheke der Welt. Bis heute wurde nur ein kleiner Teil der dortigen Pflanzen wissenschaftlich auf ihren möglichen Einsatz als Heilmittel untersucht, u.a. für Herz-Kreislaufmedikamente sowie gegen Krebs. Doch seine unendliche Vielfalt wird in den Hausmitteln der dort lebenden Völker schon seit Generationen genutzt und es ist noch gar nicht absehbar, welche Hilfe wir in Zukunft von dort erfahren können. Bereits heute liefern die Regenwälder Substanzen, die von A wie Abszessbehandlung bis Z wie Zahnpflege helfen. Daher ist ihr Schutz nicht nur zur Stabilisierung unseres Klimas so wichtig. Das Buch liefert einen wertvollen Beitrag für weitere Argumente gegen Brandrodung und unkontrollierte Abholzung.

Über die Autorin

Dr. Andrea Flemmer ist Diplom-Biologin und Fachautorin für Ernährungs- und Gesundheitsthemen. Nach der Promotion begann sie als kommunale Umweltschutzbeauftragte und hielt Vorlesungen zu Umweltschutzthemen an der FH München. 2002 erhielt sie den Neubiberger Umweltpreis. Inzwischen sind zahlreiche Werke von ihr erschienen, darunter das „Anti-Krebs-Kochbuch“ oder „Mood-Food – Glücksnahrung“. Ihre Fernsehauftritten im WDR, Bayerischen Fernsehen und bei TV München machten die Bücher der Autorin einem größeren Publikum bekannt.

Dr. Andrea Flemmer
176 Seiten mit s-w-Abbildungen und 45 Farbbildern, Klappenbroschüre
Für Deutschland: € [D] 16,90
Für die Schweiz: SFr 25,90
Für Österreich: € [A] 17,40
ISBN 978-3-935407-15-1
Dezember 2009. NaturaViva Verlags GmbH, 71256 Weil der Stadt.

Good Soaps

Reinigungsmittel ohne Palmöl

Die waschaktiven Substanzen in Reinigungsmitteln sind sogenannte Tenside, die Schmutzpartikel von Flächen oder Textilien ablösen. Alle Reinigungsmittel enthalten Tenside in Konzentrationen von etwa 3 bis 30 Prozent. Tenside werden aus Ölen hergestellt, wobei meist Erdöl verwendet wird. Bei Reinigungsmitteln auf pflanzlicher Basis wird hauptsächlich Palmöl, das Öl der Ölpalmen, verwendet. Für den Anbau der Ölpalmen werden tropische Regenwälder vernichtet, vor allem in Südost-Asien. Allein in Indonesien wurde die Anbaufläche für Ölpalmen in den letzten 30 Jahren von 2.300 Quadratkilometern im Jahr 1981 auf 61.000 Quadratkilometer im Jahr 2011 vergrößert.

Um den Druck auf die tropischen Regenwälder in Südost-Asien zu verringern, muss die Nachfrage nach Palmöl gebremst werden. Die schweizer Firma Good Soaps AG geht diesen Weg und hat Reinigungsmittel auf pflanzlicher Basis entwickelt – zu 100 Prozent ohne Palmöl, basierend auf den Ölen einheimischer Pflanzen. Die Reinigungsmittel von Good Soaps enthalten außerdem keine Farbstoffe und Konservierungsmittel. Durch den Einsatz einheimischen Öls anstelle von Palmöl werden zusätzlich Kohlenstoffdioxid-intensive Transportwege vermieden.

Bezug über das Internet

Die palmölfreien Reinigungsmittel unter https://www.good-soaps.shop/ bestellt werden. Im Moment teste ich die Reinigungsmittel und bin sehr zufrieden mit dem angenehmen Duft und der guten Reinigungsleistung.

Forrest 500

„Forest 500“ – die Helden und Schurken der Abholzung

Heute werden die meisten Regenwälder vernichtet für eine Hand voll weltweit gehandelter Produkte – Palmöl, Soja, Rindfleisch, Leder, Holz und Papier. Vom Produzenten, über zahlreiche Verarbeiter bis hin zum Händler durchlaufen diese „Waldrisiko-Rohstoffe“ lange und komplizierte Lieferketten um schließlich als Bestandteil von mehr als 50 Prozent aller verpackten Waren in unseren Supermärkten zu landen. Zusammen haben sie einen jährlichen Handelswert von mehr als 100 Milliarden US-Dollar.

Die britische Nichtregierungsorganisationein Global Canopy Programme (GCP) ist eine Denkfabrik, ein Zusammenschluss von 37 Forschungseinrichtungen in 19 Ländern auf der ganzen Welt, die seit 2001 aktiv ist. Mit „Forest 500“ hat GCP ein Programm gestartet, mit dem erstmals der Beitrag von Unternehmen und Organisationen zum Regenwaldschutz identifiziert werden kann. GCP hat zu diesem Zweck 500 sogenannte Global Player augewählt, die für die komplexen Lieferketten verantwortlich oder daran beteiligt sind. Zu diesen Global Playern gehören 250 Unternehmen mit einem Gesamtjahresumsatz von 4,5 Billionen US-Dollar, 150 Investoren und Kreditgeber, 50 Länder und Regionen und 50 andere auf diesem Gebiet einflussreiche Akteure.

Das GCP hat mittels präziser Methodik 40.000 Datensätze aus öffentlichen und privaten Quellen ausgewertet und daraus eine Art Ranking erstellt. Berücksichtigt wurde eine eine Reihe von Faktoren, wie zum Beispiel Berichtswesen und Transparenz, Arbeitsabläufe, Rohstoffpolitik und allgemeine Waldrichtlinien. Aus dem Ranking lässt sich ableiten, wie effektiv die Global Player sich diese gegen die Zerstörung und für den Erhalt der tropischen Regenwälder einsetzen. Je weiter oben sich ein Global Player im Ranking findet, desto besser. Der Kampf gegen den Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit, in den die Global Player mit ihren selbstauferlegten Richtlinien und Regeln eingebunden werden müssen – Regenwaldschutz ist effizienter Klimaschutz, für den alle an einem Strang ziehen müssen.

Ergebnisse

Nur sieben von 250 Unternehmen haben die maximal mögliche Punktzahl erreicht und stehen somit im Ranking ganz oben. Dazu gehören die Danone-Gruppe (Frankreich), Kao Corp. (Japan), Nestle SA (Schweiz), Procter & Gamble (USA) und die Reckitt-Benckiser-Gruppe (UK), Unilever (UK) und aus dem Bankensektor der Finanzdienstleister HSBC (UK). Ohne Punkte stehen am anderen Ende des Rankings 30 Unternehmen, viele davon aus Asien und dem Nahen Osten, sowie zahlreiche Investoren.

Von Ländern mit eigenem Anteil an tropischen Regenwäldern erhielten lateinamerikanische Länder, wie zum Beispiel Kolumbien, Brasilien und Peru, viele Punkte und damit einen Platz im oberen Bereich des Rankings. Von den Ländern, die Waldrisiko-Rohstoffe importieren, liegen die Niederlande und Deutschland oben im Ranking.

Alle Ergebnisse und Analysen auf der Webseite von Forest 500.

Global Forest Watch

Global Forest Watch – Waldüberwachung in nahezu Echtzeit

Im Februar 2014 hat das World Resources Institute zusammen mit Google und mehr als 40 weiteren Partnern, wie zum Beispiel der UNEP, des ESRI, des Jane-Goodall-Instituts etc.,ein Online-Waldüberwachungssystem gestartet. Es nennt sich Global Forest Watch, ist kostenlos und für jedermann mit Internetzugang zugänglich. Die Karten von Global Forest Watch basieren auf Google Maps und Google Earth und enthalten außergewöhnlich viele Informationen zur Entwaldung, zu Schutzgebieten, Biodiversitäts-Hotspots, Bergbau, Holzeinschlag, Palmöl- und Holzfaser-Plantagen. Die Daten können nach Land sortiert herunterladen werden.

Global Forest Watch greift auf NASA-Satellitendaten (fast 700.000 Landsat-Bilder) zurück, die durch Google-Computer verarbeitet und jeden Monat aktualisiert werden. Daneben ist jedermann aufgefordert, Bilder, Videos und Geschichten über Wälder und Abholzung vorzulegen, die dann in die Datenbank von Global Forest Watch aufgenommen und auf der Internet-Seite verfügbar gemacht werden. Es ist sogar möglich, sich per E-Mail benachrichtigen zu lassen, falls es Anzeichen für die Entwaldung in einem bestimmten Bereich gibt.

Global Forest Watch ist eine Weiterentwicklung der Statistiken der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (Food and Agriculture Organization of the United Nations, FAO). Es ist besser zugänglich für jedermann, und die Daten werden zentral erfasst und häufiger aktualisiert.

Grafik: Global Forest Watch