Faszination Regenwald

Bild Vielfalt im Regenwald

Regenwaldschutz

Es ist natürlich noch nicht zu spät, die einzigartigen tropischen Regenwälder können gerettet werden. Doch wie kann deren Zerstörung gebremst und letztlich beendet werden? Schließlich wollen folgende Generationen auch noch deren Schönheit bewundern. Auf drei Ebenen kann jeder etwas zum Erhalt der tropischen Regenwälder beitragen.

1. Verbraucherverhalten

Wer ändert schon gern sein Verbraucherverhalten, aber das ist die erste Ebene: der persönliche Wirkungskreis, und dessen Einfluss ist nicht zu unterschätzen. Weil viele Verbraucher ihr Einkaufsverhalten bereits geändert haben, gibt es heute zum Beispiel das FSC-Siegel, den Blauen Engel oder fair gehandelte Produkte.

Auch gibt es schon genügend Landwirte, die ihr Vieh nicht mit Importfutter (Soja) mästen, sondern mit einheimischen Futterpflanzen. Wenn schon Fleisch, dann wenigstens solches. Am besten wäre natürlich die rein vegetarische Ernährung, doch diese Entscheidung kann und sollte jeder für sich selbst treffen.

Den Regenwäldern wäre schon viel geholfen, wenn wir nur noch Recycling-Toilettenpapier kaufen würden anstatt solches aus Frischfaser-Papier, wofür Holz verwendet wird. Die Entscheidung dies zu tun, trifft jeder selbst, wenn er im Supermarkt vor dem Regal mit Toilettenpapier steht.

Generell und stark vereinfacht gilt: Entscheiden sich viele Verbraucher dafür, umweltverträglich hergestellte Produkte (Recycling-Papier) zu kaufen, entsteht ein Druck auf internationale Handelskonzerne, die letztlich nur daran interessiert sind, mit ihren Produkten Geld zu verdienen. Werden umweltschädliche Produkte (Frischfaser-Toilettenpapier) nicht mehr von uns, den Verbrauchern, gekauft, reagieren die Konzerne und üben Druck auf die Produzenten (Holzindustrie) und Lieferanten (Holzhändler und Holzfäller) vor Ort aus. Im besten Fall würden Produzenten und Lieferanten dann gezwungen, umweltverträgliche Rohstoffe (Plantagenholz, Holz mit FSC-Siegel) zu liefern.

Regenwaldschutz beginnt im Supermarkt

Oft höre ich das Argument: "Ich als einzelner kann doch sowieso nichts ändern an den Missständen dieser Welt. Wie soll ich denn den Regenwald retten?" Wer das glaubt, darf sich nicht wundern wenn sich tatsächlich nichts ändert. Martin Luther formulierte das Prinzip Hoffnung treffend: "Auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt zugrunde geht, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen."

Resignation ist also keine Lösung! Jeder einzelne hat zwar nur einen sehr begrenzten Wirkungskreis. Aber die Summe aller Wirkungskreise führt zur Bildung der öffentlichen Meinung, über die der einzelne auch bei großen politischen Entscheidungen um so mehr Einfluss ausübt, je intensiver er in seinem eigenen Wirkungskreis handelt. Jeder hat einen Einfluss größer als null.

Dazu ein wunderbares Beispiel aus Hamburg (Januar 2010): Zwei Hamburger Schülerinnen retten den Regenwald mit warmem Kakao.

Weiterhin gibt es genügend Geschäfte, die Nahrungs- und Genussmittel, zum Beispiel Kaffee und Kakao, aus fairem Handel verkaufen. Diese Produkte werden unter dem TransFair-Siegel in den Handel gebracht. Klar sind solche Lebensmittel teurer, aber dafür ist gewiss, dass ein wenig gegen die Armut in den Ländern des Südens getan und auch ein kleiner Beitrag zum Umweltschutz geleistet wurde.

Die Frage, ob die Liege im Garten unbedingt aus Tropenholz sein muss oder ob der Verzicht auf Tropenholz und die Verwendung von Schulheften und Toilettenpapier aus Recyclingpapier nicht besser wären, kann jeder Verbraucher beim Einkaufen selbst beantworten.

Kurzum: Jeder Einzelne kann einen kleinen, ganz persönlichen Beitrag zum Klimaschutz und zur Rettung der Regenwälder der Erde leisten - und sollte dies auch versuchen!

2. Unterstützen von Umweltschutzorganisationen

Das ist die zweite Ebene, auf der etwas getan werden kann. Unterstützen Sie Menschen und Organisationen, die sich dem Schutz der Regenwälder verschrieben haben. Nur mit Ihrer Unterstützung kann eine Organisation etwas erreichen. Dabei ist passive Hilfe in Form materieller Unterstützung genauso viel wert, wie aktives Arbeiten für die Umwelt, denn ohne finanzielle Basis kann nichts bewirkt werden.

3. Politik

Es gibt aber auch Probleme, die lassen sich nicht mit persönlichem Verzicht oder einem geänderten Verbraucherverhalten im eigenen Wirkungskreis lösen. Hier ist die dritte Ebene gefordert, die Politik. Sie muss vermehrt Anreize setzen und mit Gesetzen und Steuern das Handeln von Bürgern und Unternehmen in die entsprechende Richtung lenken. Politik und Wirtschaft reagieren aber letztlich auf die Interessen der Bürger. Bringen Sie also Ihre Meinung zum Ausdruck und machen Sie der Politik deutlich, dass Ihnen der Schutz der Regenwälder am Herzen liegt.

Je mehr Menschen sich für den Schutz der Regenwälder einsetzen und sich die öffentliche Aufmerksamkeit darauf richtet, desto eher wird die Politik darauf reagieren. Dieser Effekt lässt sich derzeit sehr gut an der Diskussion über die Klimaerwärmung beobachten.

REDD

Hinter REDD verbirgt sich ein Projekt der UNO um Wälder zu schützen: The United Nations Collaborative Programme on Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation in Developing Countries.

Das Prinzip von REDD ist einfach: Entwicklungsländer lassen ihre Wälder stehen und bekommen dafür Geld von den Industrienationen.

Yasuni – Geld für Regenwald? Oder doch lieber Erdöl ...

Politische Lösungen sind dann gefordert, wenn es darum geht, Ausgleichszahlungen zu verhandeln, wie das Beispiel Ecuador zeigt. Das arme südamerikanische Land besitzt viel Regenwald im Yasuni-Nationalpark (Amazonastiefland), wo es auch große Ölvorkommen gibt. Für 3,5 Milliarden Dollar in zehn Jahren wäre die ecuadorianische Regierung dazu bereit, "ihren" Yasuni-Regenwald zu schützen und auf die zerstörerische Ölförderung zu verzichten. Die Ausgleichszahlungen müssten die reichen Industrienationen – also auch wir – leisten. Geld für Regenwald. Mehr Informationen in der Rubrik "Archiv".

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