Faszination Regenwald

Bild Regenwald

Welches Klima herrscht im Regenwald?

Feucht und warm, so lässt sich das Klima im tropischen Regenwald beschreiben. Die Temperaturen liegen das ganze Jahr über konstant bei etwa 25°C, die Sonne steht mittags hoch am Himmel, wodurch sie eine enorme Verdunstungskraft entwickelt und es viel regnet. Anhand der Regenmengen wird das Jahr in den Tropen in Trocken- und Regenzeiten eingeteilt. Es gibt keine klassischen Jahreszeiten mit Frühling, Sommer, Herbst und Winter wie wir sie kennen. Sonne und Regen, Wärme und Feuchtigkeit – sie kennzeichnen das Klima im Regenwald.

Der Tagesablauf im tropischen Regenwald

Der Wetterbericht für den tropischen Regenwald lautet für jeden der 365 Tage im Jahr ähnlich: Nebelfelder lösen sich rasch am Morgen auf, gegen Mittag wird es heiß. Der Regenwald heizt sich auf und speichert die Energie der Sonne – der Regenwald als Sonnenbatterie. Dann ziehen erste Wolken auf. Am frühen Nachmittag wird es sehr schwül, die Wolken verdichten sich und am späten Nachmittag gibt es wolkenbruchartigen Regen begleitet von Blitz und Donner – der Regenwald als Regenmacher. Gegen Abend können sich Nebelfelder bilden, die Nacht wird "frisch" mit Temperaturen um 21°C. Langsam gibt der Regenwald die gespeicherte Sonnenenergie wieder ab. Das ist ein typischer Tag im tropischen Regenwald.

Grafik Niederschläge

Regenmengen – ein Vergleich zwischen Berlin und Cayenne: Dargestellt sind die durchschnittlichen monatlichen Regenmengen der in den Tropen (Französisch-Guayana) gelegenen Stadt Cayenne (grün) und Berlin (rot). Cayenne liegt 4,8 Grad nördlich des Äquators, Berlin 52,5 Grad nördlich. Pro Jahr fallen in Cayenne etwa 3.300 Millimeter Regen, in Berlin sind es 590 Millimeter. In Cayenne, der Hauptstadt von Französisch-Guayana, gibt es zwischen August und November eine "große Trockenzeit". Gegen Februar und März gibt es dann nochmals eine etwas trockenere Periode, den sog. "kleinen Sommer im März". Zu den Angaben für die Regenmenge: Die Regenmenge wird in Litern pro Quadratmetern oder Millimeter (mm) Wasserhöhe angegeben. Das heißt, wird auf einer Fläche von einem Quadratmeter ein Liter Wasser ausgeschüttet, dann stünde das Wasser in diesem Quadratmeter einen Millimeter hoch (Quelle: http://www.worldclimate.com).

Warum regnet es so viel im Regenwald?

Oder warum sind die Regenmengen am Äquator so hoch? Die starke Sonneneinstrahlung führt zur Erwärmung der feuchten Luft direkt über dem Äquator. Ein Meer von Wolken entsteht. Die warme Luft steigt auf, kühlt ab und gibt dabei die überschüssige Feuchtigkeit in Form von Regen wieder ab.

Die abgekühlte und jetzt trockene Luft fließt in großer Höhe beidseits des Äquators in Richtung der Wendekreise. Dort sinkt sie ab, hier ist es trocken, und es bilden sich Wüsten wie zum Beispiel die Sahara. Im bodennahen Bereich der Wendekreise wird die Luft von Passatwinden erfasst, über den Ozeanen wieder mit Feuchtigkeit beladen und zurück in Äquatornähe transportiert. Der Kreislauf kann dann von neuem beginnen. Es ist ein Kreislauf des Lebens, der nur dort funktioniert, wo zu beiden Seiten des Äquators annähernd gleich große Landmassen vorhanden sind, in Südamerika und Afrika.

Passatwinde

Unter Passatwinden versteht man die Ostwinde nördlich und südlich des Äquators. Am Äquator steigt Luft auf und zieht weitere Luft nach. Diese angesogene Luft wird dann durch die Erdrotation abgelenkt.

In Südost-Asien ist es anders: Die asiatischen Tropen (im kontinentalen Raum) werden nicht von Passatwinden, sondern vom Windsystem des Monsuns mit Regen versorgt. Auf die sintflutartigen Monsunregen im "Sommerhalbjahr" folgt im "Winterhalbjahr" eine ausgedehnte Trockenzeit. Folge: Derart schwankende Niederschlagsverhältnisse verhindern das Entstehen tropischer Regenwälder, es entsteht der sogenannte "Dschungel". Das Wort "Dschungel" wird abgeleitet vom altindischen Wort "Jangala" und steht heute für undurchdringliches Dickicht.

Vom Äquator weg in Richtung der Pole nehmen die Regenmengen allmählich ab. Meeresströmungen, Passatwinde und Gebirgszüge im Tropengürtel sorgen dafür, dass die lokalen Regenmengen in den Tropen viel größeren Schwankungen unterworfen sind, als die dort vorherrschenden Temperaturen. Im tropischen Tiefland fällt in der Regel viel Regen, dort ist die Vegetation eng an die abgehenden Niederschläge gebunden.

Wie warm ist es im Regenwald?

Das Klima im Regenwald ist durch eine einzigartige Gleichförmigkeit im Jahreslauf mit konstant hohen Temperaturen gekennzeichnet. Selbst im kältesten Monat fällt die Durchschnittstemperatur selten unter 18°C. Die mittleren Tagestemperaturen bleiben unter den Bedingungen eines ganzjährig fast unveränderten Tagbogens von zwölf Stunden und einer gleich bleibend starken Sonneneinstrahlung weitgehend konstant.

Die Tropen bilden eine Zone ohne auffällige Jahreszeiten. Es gibt keine Jahreszeiten gemäß unserer Vorstellung von Jahreszeiten mit Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Die Nacht ist quasi der Winter der Tropen, denn die täglichen Temperaturschwankungen übertreffen die jährlichen bei weitem.

Vorschaubild Grafik Temperaturen

Temperaturen – ein Vergleich zwischen Berlin und Cayenne: Dargestellt sind die durchschnittlichen monatlichen Temperaturen der in den Tropen (Französisch-Guayana) gelegenen Stadt Cayenne (grün, oben) und Berlin (rot, unten). Cayenne liegt 4,8 Grad nördlich des Äquators, Berlin 52,5 Grad nördlich. Über das ganze Jahr gemittelt, liegt die Durchschnittstemperatur in Cayenne bei 26,4°C und in Berlin bei 8,9°C (Quelle: http://www.worldclimate.com).

Je weiter man sich vom Äquator aus in Richtung Norden oder in Richtung Süden bewegt, desto größer werden die Temperaturschwankungen im Verlauf eines Jahres. Die französische Karibikinsel Martinique liegt im Tropengürtel 14° nördlich des Äquators, hier schwanken die Temperaturen im Laufe des Jahres um maximal 5°C. Die Jahresdurchschnittstemperaturen reichen in den Tropen von etwa 30°C bis zu solchen unter dem Gefrierpunkt (zum Beispiel in den Anden).

Dämmerung in den Tropen

Da die Sonne abends fast senkrecht unter den Horizont taucht oder morgens senkrecht aufsteigt, sind die Dämmerungsphasen in den Tropen sehr kurz.

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